Natural Style  mode elegance natur

Leinen

Aus Wikipedia....Leinen ist die Faser aus der Lein- oder Flachspflanze, insbesondere auch daraus gefertigte Gewebe oder Tuch. Synonym für das Fertigprodukt wird Leinwand oder Linnen benutzt. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird Leinen durch Baumwolle und Kunstfaser zurückgedrängt. Es gewinnt heute als ökologische Naturfaser wieder an Bedeutung.

Die Faser

Die Flachs- oder Leinenfaser wird aus den Stängeln der Flachspflanze gewonnen. Es handelt sich demnach um eine Bastfaser. Die Leinenfasern bilden Bündel, im Gegensatz zu Samenfasern (wie Baumwolle), die aus unverbundenen Einzelfasern bestehen. Die 20...50 mm langen Elementarfasern aus Zellulose sind durch Pflanzenleim zu den 50...90 cm langen Bündelfasern verkettet.
Durch Kottonisierung können diese Bündel chemisch in Elementarfasern zerlegt werden. Der so erzeugte Flockenbast ist der Baumwolle sehr ähnlich, wird aber wegen der längeren Bearbeitung gegenüber Baumwolle kaum hergestellt.

Bei der Ernte wird die Pflanze mit den Wurzeln ausgerauft, also nicht gemäht sondern ausgerissen. Durch das Riffeln werden Samen und Zweige entfernt. Bei der Röste bzw. Rotte löst sich die Bindung zwischen dem Holzkern und den Faserbündeln. Bei der anschließenden Rotte zersetzen Bakterien und Pilze Teile des Pflanzenleims, der die Elementarfasern zu Bündelfasern zusammenhält. Die Rotte muss zum richtigen Zeitpunkt unterbrochen werden, um eine Schädigung der Fasern zu verhindern. Früher wurden die Pflanzen einfach auf dem Feld ausgebreitet (Taurotte) oder in kaltes Wasser gelegt (Kaltwasserrotte). Heute arbeitet man meist mit künstlicher Warmwasserrotte. Chemische Verfahren setzten sich nicht durch.

Nach der Trocknung wird der Flachs gebrochen oder geknickt. Der Holzkern wird in viele kleine Stücke (Schäben) zerkleinert, die beim anschließenden Schwingen zusammen mit dem Schwingwerg herausfallen.

Erst der Schwingflachs wird in der Spinnerei durch Hecheln zu parallel geordnetem Langfaserbast gekämmt. Der Bast in kleinere Faserbündel geteilt und das Werg (kurze Faserteile) wird ausgesondert.

Die Verarbeitung

Grobe Garne können trocken versponnen werden. Aus dem Hechelwerg, den kurzen Faserresten, wird das Werggarn hergestellt. Mittelstarke Garne müssen halbnass gesponnen werden, das Vorgarn wird vor dem Einlaufen in den Spinnflügel befeuchtet. Feine Garne werden nass versponnen. Der Vorteil beim nassen Spinnen der Faser liegt im Aufbau der Bündelfasern. In der nassen Faser quillt der Pflanzenleim auf und wird elastisch; es kann sich also nicht nur die Bündelfaser als ganzes verbiegen, sondern auch die einzelnen Elementarfasern können sich gegeneinander verschieben. Die Bündelfasern werden länger, feiner und flexibler, sie legen sich an den Faden an, der dadurch gleichmäßiger und glatter wird. Leinengarne weisen sehr oft Verdickungen und Unregelmäßigkeiten auf, die für Leinenstoffe typisch sind.

Gewebt wird Leinen in der klassischen Leinwandbindung, aber auch Jacquard, Köper und andere Bindungsarten sind üblich. Batist, Schleier und Linon wurden ebenfalls aus Flachs hergestellt, man zählte sie jedoch nicht zum Leinengewebe. Beim Weben von Leinen muss für die Kettfäden ein sehr gleichmäßiges und damit teures Garn verwendet werden. Kettfäden mit den für Leinen typischen Unregelmäßigkeiten würden unter der Scheuerbelastung leiden und zu oft reißen.

Halbleinen ist ein Gewebe mit einem Mindestgehalt an Leinenfasern, es wird typischerweise mit Leinen als Schuss und meist Baumwolle-Kettfäden gewebt.


Eigenschaften

Gegenüber anderen Bastfasern ist die Leinenfaser gut teilbar und fein verspinnbar, was sie für Wäsche und Kleidung auszeichnet. Die Leinenfaser ist glatt und das Leinengewebe schließt wenig Luft ein, so ist Leinen flusenfrei und wenig anfällig gegen Schmutz und Bakterien, die Faser ist von Natur bakteriozid, fast antistatisch und schmutzabweisend.

Leinen nimmt bis zu 35% Luftfeuchtigkeit auf und tauscht diese Feuchtigkeit auch schnell mit der Umgebungsluft aus, wirkt somit kühlend, ist dennoch trocken wärmend. Deswegen wird das Gewebe gern für Sommerbekleidung eingesetzt. Die Wasserhaltung auf der Oberfläche ist auch Ursache der antistatischen (und damit schmutzabweisenden) Eigenschaft. Leinenkleidung wurde früher seltener gewaschen, als dies bei Baumwollkleidung heute nötig ist. Dies beruht nicht nur auf veränderten Sauberkeitsgewohnheiten, sondern auch auf dem geringeren Anschmutzen der Leinenfaser.

Die Leinenfaser ist sehr reißfest und extrem unelastisch. Aufgrund der geringen Elastizität ist Leinen knitteranfällig; die Reißfestigkeit macht das Leinen strapazierfähig und langlebig. Anfällig ist Leinen jedoch gegenüber Reibung. Seine Scheuerfestigkeit ist geringer als die der Baumwolle; es sollte deswegen bei Wäsche der Schongang eingesetzt werden oder bei Handwäsche nur gestaucht und nicht gerieben werden. Leinen ist stark und muss nicht wie Baumwolle nachgestärkt werden. Es hat natürlichen Glanz und Stärke.

Leinen ist gegen Waschlaugen, Waschmittel, Kochwäsche und chemische Reinigung unempfindlich. Wenn man nicht den Knittereffekt von Leinenbekleidung mag, kann man Leinen auf hoher Temperatur bügeln. Voraussetzung ist dabei notwendigerweise, dass das Gewebe noch feucht ist oder angefeuchtet wurde: Das Bügelstück sollte noch klammfeucht sein. Der Trockner ist jedenfalls zu meiden, denn trockene Hitze schädigt.

Das Bleichen von Leinen ist problematisch. Vollbleiche führt zu Gewichtsverlusten von bis zu einem Fünftel. Das Färben von Leinen ist im Garn oder am Gewebe möglich. Das Blau der Berufsbekleidung ist auf das Färbeverhalten des Leinens zurückzuführen, das nur mit Indigo einigermaßen echt gefärbt werden konnte.

Die Leinenproduktion ist im Gegensatz zur Baumwolle auf wenig Chemikalieneinsatz (Dünger, Pestizide) angewiesen. Auch ohne moderne Technik kann Leinen hergestellt werden, jedoch ist die Produktion der Leinenfaser aufwendig und arbeitsintensiv. Baumwolle setzte sich erst mit der Industrialisierung durch, wobei dieser Trend zum Massenprodukt wiederum die Anbaumenge beeinflusste. Andererseits ist Leinen die einzige in Westeuropa heimische Faser, die in kontrolliert biologischer Qualität auf dem Markt ist. Eine ökologische Herstellung von Flachsfasern in größerem Umfang ist durch die Probleme der Ernte und der Taurotte begrenzt. Abwässer der Wasserrotte sind belastet, so ist die Taurotte empfohlen und wird gefördert .

 

Natural Style  mode elegance natur

Natural Style GmbH      Geschäftsführer: Gregory S. Smith      www.natural-style.de
Reginfriedstr. 3, 81547 München    Tel (0049) 89 - 6118295, Fax 6118296      Email: info@natural-style.com